Screenshot mit zahlreichen Studien zum Thema Cookie-Banner

29 Studien zu Cookie-Bannern: Ablehnungsraten, DSGVO-Compliance & Nutzerverhalten im Überblick

Cookie-Banner sind mittlerweile auf fast jeder Website Standard. Doch wie Nutzer tatsächlich damit umgehen, wie Akzeptanz- und Ablehnungsraten aussehen und wie viele Banner wirklich DSGVO-konform sind, bleibt oft unklar. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, haben wir die wichtigsten Studien der letzten Jahre zusammengetragen und ausgewertet.

Insgesamt haben wir 29 Studien zusammengestellt (letztes Update: Juli 2026), die verschiedene Aspekte von Cookie-Bannern beleuchten. Unser Fokus lag auf folgenden Fragen:

  • Wie hoch sind die Akzeptanz- und Ablehnungsraten bei Cookie-Bannern?
  • Welche Rolle spielt das Design (z. B. Platzierung, Dark Patterns, Button-Symmetrie)?
  • Wie haben sich Akzeptanz und Ablehnung über die Jahre entwickelt?
  • Wie viele Cookie-Banner sind tatsächlich DSGVO-konform?
  • Welche Folgen haben abgelehnte Banner für Website-Performance, Content-Sichtbarkeit und Datenqualität?

Aktuelle Zahlen zu Cookie- und Consent-Bannern sowie zur DSGVO-Compliance von Websites — im Überblick

Das Wichtigste vorweg:

Die Zahlen sind eindeutig. Nutzer haben keine Lust auf Tracking. Wenn sie die Wahl haben, lehnen 50–70 % ab. Trotzdem manipulieren viele Unternehmen ihre Banner so, dass „Ablehnen" versteckt wird — und drücken die Ablehnungsrate unter 10 %. Manchmal bewusst. Manchmal nicht. Nutzer klicken widerwillig auf „Akzeptieren". Sie fühlen sich unter Druck gesetzt — und dieses Gefühl untergräbt nachweislich das Vertrauen.

Konforme, faire Banner sind kein Risiko — sie sind ein Vorteil. Sie schaffen Transparenz, stärken das Markenvertrauen und zeigen, dass du deine Kunden ernst nimmst.

Wie hoch ist die Ablehnungsrate bei Cookie-Bannern?

Je nach Design liegt die Ablehnungsrate bei etwa 50 % bis über 60 %, wenn ein klar sichtbarer „Reject all"-Button gleichberechtigt angeboten wird. Erfordert das Ablehnen aber mehrere Klicks, akzeptieren am Ende bis zu 90 % der Nutzer. (2024 / Studie Nr. 05; 2023 / Studie Nr. 03; 2024 / Studie Nr. 04).

Vergleich zweier Cookie-Banner: Im ersten sind „Alle akzeptieren" und „Alle ablehnen" gleich sichtbar – ca. 50–60 % lehnen ab. Im zweiten fehlt die direkte Ablehnung – die Quote sinkt auf ca. 10 %.

Wie haben sich Akzeptanz- und Ablehnungsraten über die Jahre entwickelt?

Der Trend ist eindeutig: 2018–2019 klickte die Mehrheit auf „Accept all" (60–90 %), oft weil es keine echte Ablehnungsoption gab. Von 2021–2023 trieben Regulierung und öffentliche Debatte die Ablehnungsraten auf 40–50 %, wann immer Nutzer eine sichtbare Wahl hatten. In den aktuellsten Daten von 2024–2025 lehnen etwa die Hälfte bis zwei Drittel ab, wenn ein ordentlicher „Reject all"-Button angeboten wird.

(2019 / Studie Nr. 02; 2020 / Studie Nr. 01; 2022 / Studie Nr. 01; 2024 / Studie Nr. 05; 2025 / Studie Nr. 01).

Wie viele Websites bieten eine echte „Reject all"-Option?

Je nach Studie liegt der Anteil der Websites mit einem gleichwertig sichtbaren „Reject All"-Button zwischen 15 % und 87 %. Die Varianz ist je nach Studie, Land und analysierten Websites sehr hoch. Die große Mehrheit versteckt die Ablehnungsoption nach wie vor auf einer zweiten Ebene oder bietet sie gar nicht an. In Deutschland bieten allerdings mittlerweile 52 % der Websites einen gleichwertig sichtbaren Ablehnen-Button.

(2025 / Studie Nr. 03; 2025 / Studie Nr. 04; 2024 / Studie Nr. 05; 2022 / Studie Nr. 03).

Was beeinflusst die Entscheidung für Akzeptanz oder Ablehnung am stärksten?

Zwei Faktoren stechen hervor: die Absicht des Nutzers beim Besuch einer Website und das Design des Banners. Wer mit einem klaren Ziel kommt — z. B. ein Kauf oder schneller Zugang zu Inhalten — akzeptiert eher Cookies, selbst bei Datenschutzbedenken. Gleichzeitig hat das Banner-Design einen großen Einfluss: Wenn „Accept" und „Reject" gleich sichtbar sind, steigen die Ablehnungsraten deutlich.

Zudem haben viele Menschen feste Cookie-Präferenzen, noch bevor sie überhaupt ein Banner sehen. In einem Experiment akzeptierten 37 % immer und 26 % lehnten immer ab. Nur etwa ein Drittel wechselte je nach Design und Kontext.

(2021 / Studie Nr. 01; 2023 / Studie Nr. 03; 2024 / Studie Nr. 04; 2024 / Studie Nr. 05; 2025 / Studie Nr. 5).

Wie viele Cookie-Banner sind DSGVO-konform?

Die Forschung macht es deutlich: Die meisten Websites halten sich bei Cookie-Bannern nicht an die Regeln. Eine Analyse von über 35.000 europäischen Websites ergab, dass 49 % Verstöße aufwiesen. Eine internationale Studie mit 254.148 Websites in 31 Ländern zeigte, dass nur 15 % der Cookie-Banner überhaupt die Mindestanforderungen erfüllten. Analysen von 20 Millionen Interaktionen mit Consent Management Platforms ergaben zudem, dass über 50 % der Websites Cookies setzten, bevor Nutzer überhaupt eine Wahl getroffen hatten.

Selbst „konforme" Banner mit Ablehnen-Button nutzen häufig Dark Patterns. Eine Studie von 2025 zeigt, dass 38 % der konformen Banner den Akzeptieren-Button immer noch als visuellen Hauptblickfang gestalten.


(2019 / Studie Nr. 01; 2022 / Studie Nr. 04; 2023 / Studie Nr. 02; 2025 / Studie Nr. 03; 2024 / Studie Nr. 05; 2025 / Studie Nr. 9).

Welche Folgen haben abgelehnte Banner für die Website-Performance?

Hohe Ablehnungsraten bedeuten, dass ein Großteil der für Marketing und Optimierung benötigten Daten verloren geht — Studien berichten von 40–70 % weniger Tracking-Datenpunkten, wenn eine echte „Reject all"-Option verfügbar ist. Das wirkt sich direkt auf KPIs wie Reichweite, Zielgruppen-Profiling und Conversion aus.

Noch problematischer: Viele Nutzer stimmen zu, aber nur um blockierte Inhalte wie Videos oder Karten freizuschalten. Studien bezeichnen das als „Einwilligung unter Zwang" — Akzeptanz unter Druck. Nutzer empfinden das als unfair und frustrierend, was das Vertrauen in die Website und die Marke untergräbt.

Besonders auffällig ist das bei Inhalten, die technisch an die Einwilligung gekoppelt sind (z. B. YouTube, Vimeo, Google Maps, Social-Media-Widgets).

(2022 / Studie Nr. 01; 2024 / Studie Nr. 04; 2025 / Studie Nr. 01)

Wie viele Websites laden auch nach einem Klick auf „Reject" noch Cookies?

Löst ein Klick auf „Reject" im Banner wirklich das Problem? Die Studien legen klar nahe: Nein, denn technisch startet das Tracking oft trotzdem. Selbst wenn Nutzer ablehnen oder keine gültige Einwilligung vorliegt, setzen 28–43 % der Websites weiterhin Tracking-Cookies. Zusammen mit dem hohen Anteil nicht-konformer Websites ergibt sich ein klares Bild: Du hast als Besucher praktisch keine Möglichkeit, Tracking zu vermeiden.

Google allein ist für 47,3 % der Pixel-Tracking-Verstöße ohne gültige Einwilligung verantwortlich. Meta folgt mit 8,8 %. Wenn so wenige Anbieter die gängigen Tracking-Stacks dominieren, prägen sie indirekt, was Website-Betreiber implementieren und wie gut sie Tracking technisch an die Einwilligung koppeln — auch wenn die Verantwortung bei den Websites liegt.

(2026 / Studie Nr. 1, 2025 / Studie Nr. 6)

Wie gut funktioniert der nachträgliche Widerruf?

Während die nachträgliche Einwilligung in der Regel zuverlässig funktioniert, klappt es in die andere Richtung meist nicht. 57,5 % der Websites löschen Cookies nach dem Widerruf nicht. In diesen Fällen hat der Widerruf der Einwilligung keine reale Wirkung.

Was noch schlechter funktioniert: Wenn du zustimmst, erlaubst du in der Regel auch Tracking durch externe Anbieter. Wenn du widerrufst, müssen diese Anbieter das Signal erhalten — andernfalls kann ihr Tracking weiterlaufen. Drei von vier Websites schaffen das nicht korrekt und informieren mindestens einen Drittanbieter nicht ordnungsgemäß über den Widerruf. Das Ergebnis: Tracking kann auch nach deinem Widerruf fortgesetzt werden.

(2025 / Studie Nr. 8)

Alle Studien und Analysen zu Cookies & Consent

Hier findest du die Studien, die wir bisher gefunden haben — sortiert nach Erscheinungsjahr, nicht nach Relevanz oder Umfang. Wenn du neuere kennst, schick sie uns gerne.

Unser Fokus liegt auf europäischer Forschung, einige internationale Studien sind jedoch ebenfalls enthalten. Bei detaillierten Fragen wende dich bitte direkt an die jeweiligen Autoren.

Wichtig: Akzeptanz- oder Ablehnungsraten lassen sich nicht pauschal berechnen. Sie hängen stark ab von

  • der Art des Banners (Sticky, Overlay, …)
  • dem Design und Look & Feel

Als Faustregel gilt: Je konformer und fairer das Banner, desto höher die Ablehnungsrate — weil es Nutzern besonders leicht gemacht wird, „Nein" zu sagen.

Kurzer Hinweis: Wir haben über 20 Studien gesichtet, analysiert und zusammengefasst. Wir haben das sehr sorgfältig gemacht, aber es waren viele Daten. Wenn dir irgendwo ein Zahlendreher auffällt, gib uns gerne Bescheid. Danke.


Studien aus dem Jahr 2026

(2026 / Studie Nr. 1)

68 % setzen Tracking-Cookies vor der Einwilligung, 24 % tracken nach Ablehnung weiter

Forschungsschwerpunkt:

Wie verbreitet neuere, subtilere Dark Patterns sind: Tracking vor der Einwilligung, nicht-funktionale Ablehnung und behinderter Widerruf.

Umfang:

14.000 Websites (10.000 Top Tranco global, 2.000 EU, 2.000 USA), erhoben Jan.–Okt. 2025.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Tracking vor der Einwilligung: 44 % der Websites in der EU, 68 % weltweit, 83 % in den USA. Im Durchschnitt 16 Third-Party-Cookies pro Seite, bevor der Nutzer klickt.
  • Tracking trotz „Reject": auf rund 24 % der Websites. Davon setzen 58 % weiterhin Third-Party-Cookies.
  • Ablehnen erfordert mehr Klicks als Akzeptieren: 61 % EU, 63 % USA — ein Verstoß gegen Art. 7 Abs. 3 DSGVO.
  • Alte Dark Patterns verschwinden. Die Manipulation ist nicht weg, nur subtiler.

Quelle:

Singh, Jin & Kim, "When the Abyss Looks Back", arXiv (März 2026)
https://arxiv.org/abs/2603.21515

12 Studien aus dem Jahr 2025

Verbraucher klicken heute deutlich seltener auf „Alle akzeptieren" als noch vor drei Jahren – das Diagramm zeigt den Rückgang.

(2025 / Studie Nr. 01)

46 % klicken seltener auf „Accept all" – Verbraucher fordern Transparenz

Gegenstand der Studie:

Wahrnehmung von Datenschutz, Consent-Bannern und digitalem Vertrauen im Zeitalter von KI und Big Tech.

Umfang:

Befragung von 10.000 internetaffinen Verbrauchern in Europa (Deutschland, Italien, Spanien, Niederlande, UK) und den USA.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 59 % fühlen sich unwohl, wenn ihre Daten zum Training von KI verwendet werden.
  • 48 % vertrauen KI weniger als Menschen, wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten geht.
  • 42 % lesen Cookie-Banner „immer" oder „häufig".
  • 46 % klicken heute seltener auf „Accept all" als noch vor drei Jahren.
  • 36 % haben Websites oder Apps wegen Datenschutzbedenken gemieden.
  • 44 % nennen Transparenz bei der Datennutzung als zentralen Vertrauensfaktor.
  • 77 % verstehen nicht vollständig, wie Marken ihre Daten erheben und nutzen.

Quelle:

Usercentrics / Sapio Research (Mai 2025) https://usercentrics.com/de/resources/state-of-digital-trust-report/

Anteil der Unternehmen, die sich bei ihrer DSGVO-Konformität unsicher sind – aufgeteilt nach Deutschland, UK, Spanien und Italien.

(2025 / Studie Nr. 02)

Zwei Drittel der Unternehmen zweifeln an ihrer eigenen DSGVO-Compliance

Gegenstand der Studie:

Selbsteinschätzung europäischer Unternehmen zur Einhaltung von Datenschutzgesetzen und Cookie-Banner-Anforderungen.

Umfang:

Befragung von 600 Entscheidungsträgern in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Italien (je 150).

Wichtigste Ergebnisse:

  • Nur etwa ein Drittel der Unternehmen ist überzeugt, die Anforderungen vollständig zu erfüllen.
  • 41 % der Unternehmen in Italien nennen fehlende Ressourcen als größte Hürde, während 43 % in Großbritannien ein größeres Compliance-Team wünschen.
  • Kundenvertrauen ist die Hauptmotivation, insbesondere bei kleinen Unternehmen.
  • Große Unternehmen betonen zudem die Angst vor Reputationsschäden.
  • 56 % der Unternehmen managen den Datenschutz intern, während 44 % hybride Modelle nutzen (intern plus externe Expertise).

Quelle:

Usercentrics / Sapio Research (Dez. 2024 – Veröffentlichung März 2025) https://usercentrics.com/press/usercentrics-research-european-businesses-doubt-their-data-compliance/

Verteilung der Gründe für fehlende DSGVO-Konformität bei Cookie-Bannern. Balken zeigen Einzelverstöße, Überschneidungen Kombinationen. Grün markiert konforme Banner.

(2025 / Studie Nr. 03)

Nur 15 % der Cookie-Banner sind DSGVO-konform

Was untersucht wurde:

Großangelegte Studie zu Design, Verbreitung und Compliance von Cookie-Bannern in Europa.

Umfang:

Analyse von 254.148 Websites aus den Top 10.000 in 31 EU-Ländern und Großbritannien.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 67 % der Websites verwenden ein Consent-Banner.
  • Nur 15 % erfüllen die Mindestanforderungen für DSGVO-Compliance.
  • 45 % der Banner bieten eine „Ablehnen"-Option, die jedoch meist weniger prominent dargestellt wird als „Akzeptieren".
  • 67 % der Banner stammen von Consent Management Platforms (CMPs). Marktführer sind Usercentrics, CookieYes und OneTrust.

„Gefangen im Narrativ, dass bessere Benutzeroberflächen die Lösung sind, riskieren wir aus den Augen zu verlieren, dass die Entmachtung kein Designfehler ist, sondern ein inhärentes Merkmal. Das Gesetz verlangt sie nicht – Einwilligung ist im EU-Recht ein letztes Mittel, wenn keine andere Rechtsgrundlage herangezogen werden kann, keine grundlegende Voraussetzung. Weil Online-Tracking in Europa auf keine andere Weise legalisiert werden kann, war die Antwort der Branche auf ein de facto bestehendes gesetzliches Verbot, die Einwilligung durch Design an ihre konzeptionellen Grenzen und darüber hinaus zu dehnen."

Quelle:

A Cross-Country Analysis of GDPR Cookie Banners (2025, Aarhus University)

https://arxiv.org/abs/2503.19655v1

Diagramm zur Entwicklung der Cookie-Banner-Compliance 2023–2025: Direkte Ablehnoption stieg von 80 % auf 87 %, gleich sichtbare Buttons von 27 % auf 52 %.

(2025 / Studie Nr. 04)

Anteil gleichwertiger Akzeptieren-/Ablehnen-Buttons in Deutschland steigt von 27 % auf 52 %

Gegenstand der Studie:

Analyse von Consent-Raten und rechtlicher Compliance von Cookie-Bannern.

Stichprobe:

500 deutsche Websites mit Consent-Bannern, Daten bis Mai 2025.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Der Anteil der Websites mit gleichwertig sichtbaren „Akzeptieren"-/„Ablehnen"-Buttons stieg von 27 % (2023) auf 52 % (2025).
  • Die durchschnittliche Consent-Rate in Deutschland liegt zwischen 40 % (bei gleichwertig sichtbarem Ablehnen-Button) und bis zu 54 %.
  • Brancheneffekte: Immobilien- und Energiewebsites verzeichneten die niedrigsten Consent-Raten, während Banken und Versicherungen selbst mit DSGVO-konformem Design höhere Raten erzielten.
  • Keine Unterschiede zwischen Desktop und Mobile (~50 % Consent-Rate).
  • Starke Unterschiede nach Traffic-Quelle: Besucher von DuckDuckGo lehnten deutlich häufiger ab, während Verweise von Facebook oder Google zu signifikant höheren Consent-Raten führten.

Quelle:

etracker (2025), Consent Benchmark Report 2025 https://www.etracker.com/app/uploads/2025/07/etracker-Consent-Benchmark-2025.pdf (DEUTSCH!)

Grafik zeigt Cookie-Banner-Zustimmungsraten: links nach Branche (Banken hoch, Immobilien niedrig), rechts nach Traffic-Quelle (Google/Facebook hoch, DuckDuckGo niedrig).

(2025 / Studie Nr. 5)

37 % akzeptieren immer. 26 % lehnen immer ab. 37 % entscheiden je nach Banner.

Forschungsschwerpunkt:
Wie stark die Hervorhebung von „Akzeptieren" oder „Ablehnen" Cookie-Entscheidungen beeinflusst. Untersucht außerdem die Rolle persönlicher Einstellungen und des Alters.

Umfang:
Online-Experiment mit 306 Teilnehmenden. Jede Person sah 12 Website-Vorlagen, jeweils mit einem Cookie-Banner.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Es gibt klare Präferenzgruppen, die ihr Verhalten kaum je nach Banner-Design ändern. 37 % akzeptieren immer und 26 % lehnen immer ab – unabhängig davon, wie das Banner gestaltet ist. (Annahme: Akzeptieren und Ablehnen sind auf der ersten Ebene verfügbar.)
  • 37 % sind nicht festgelegt. Diese Gruppe wechselt je nach Banner und Situation zwischen Akzeptieren und Ablehnen.
    Nur ein kleiner Anteil folgt dem Hervorhebungsreflex. Etwa 3 % klicken immer auf den hervorgehobenen Button.
  • Jüngere Teilnehmende akzeptieren seltener als ältere Teilnehmende. Das Geschlecht zeigt keinen messbaren Unterschied im Klickverhalten.
  • Einstellungen stimmen mit dem Verhalten überein. Personen, die Datenschutz höher bewerten, Tracking-Profile problematisch finden oder personalisierte Werbung weniger positiv sehen, akzeptieren seltener.

Quelle:
Accepting cookies: Nudging, deceptive patterns and personal preference. (2025) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0747563225000883

(2025 / Studie Nr. 6)

43 % der Websites setzen Tracking-Cookies ohne gültige Einwilligung. 63 % betreiben Pixel-Tracking ohne gültige Einwilligung.

Forschungsschwerpunkt:
Wie häufig Websites Tracking-Techniken unter der DSGVO ohne gültiges Consent-Signal einsetzen. Untersucht Tracking-Cookies, Pixel-Tracking und Browser-Fingerprinting.

Umfang:
Automatisierte Analyse von über 1 Million Websites aus der Tranco-Liste. Datenerhebung im Juli 2024. Die Websites wurden außerdem mittels KI in 22 Inhaltskategorien klassifiziert.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 43,1 % der Websites setzen Tracking-Cookies ohne gültige Einwilligung.
  • 63,3 % der Websites betreiben Pixel-Tracking ohne gültige Einwilligung.
  • Mode-Websites fallen besonders negativ auf: 82,95 % betreiben Pixel-Tracking ohne gültige Einwilligung. Jobportale liegen deutlich darunter.
  • Wenige Unternehmen dominieren. Die Top-10-Tracker sind für 58,5 % der Tracking-Cookie-Verstöße und 81,1 % der Pixel-Tracking-Verstöße verantwortlich. Google führt beim Pixel-Tracking mit 47,3 %, gefolgt von Meta mit 8,8 %. (Klarstellung: Die Verantwortung liegt bei den Website-Betreibern.)
  • Große Unterschiede innerhalb Europas. Bei Tracking-Cookies ohne gültige Einwilligung liegt Deutschland (.de) bei 17,1 %, Frankreich (.fr) bei 39,4 % und die Niederlande (.nl) bei 52,2 %. Beim Pixel-Tracking ohne gültige Einwilligung liegt Deutschland bei 44,2 %, Frankreich bei 66,4 % und die Niederlande bei 74,2 %.

Quelle:
Large-scale web tracking and cookie compliance: Evaluating one million websites under GDPR with AI categorization. (2025) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1084804525001195

(2025 / Studie Nr. 7)

40 % der Cookies verstoßen gegen Regeln zur Cookie-Lebensdauer. Tracking wird außerdem aktiv über „Masquerading Cookies" verschleiert.

Forschungsschwerpunkt:
Wie Online-Shops Cookies setzen und welche Tracking-Muster sich ergeben. Fokus auf „Masquerading Cookies".

Umfang:
Analyse von 360 populären E-Commerce-Websites. 44.323 Cookies wurden analysiert.

Erklärung:

  • „Masquerading Cookies" sind Tracking-Cookies externer Anbieter, die so eingerichtet sind, dass sie wie eigene Cookies der Website aussehen. Für Nutzer erscheinen sie als normale Shop-Cookies, obwohl ein externer Anbieter dahintersteckt.
  • Warum das wichtig ist:
    So wird verschleiert, wer wirklich trackt. Es wird außerdem schwieriger, Tracking zuverlässig mit deiner Cookie-Banner-Wahl zu verknüpfen, weil „extern" im Hintergrund als „intern" erscheinen kann.
  • Zahlen zum Masquerading:
    Die Studie liefert keinen sauberen Anteil wie „x % der Shops". Sie beschreibt das Phänomen als häufig und nennt konkrete Beispiele.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 43 % aller gefundenen Cookies stammen von externen Anbietern.
  • 73 % dieser externen Cookies werden für Tracking verwendet.
  • 40 % der Cookies verstoßen im Durchschnitt gegen Vorgaben zur Cookie-Lebensdauer.
  • Die Einwilligung löst oft die Cookie-Flut aus. Beispielwerte europäischer Shop-Banner: Deutschland 1 % externe Cookies vor der Einwilligung und 98 % danach. Frankreich 6 % vorher und 93 % nachher. Italien 11 % vorher und 88 % nachher. Niederlande 10 % vorher und 89 % nachher. Spanien 15 % vorher und 84 % nachher.

Quelle:

Crumbled Cookies: Exploring E-commerce Websites' Cookie Policies with Data Protection Regulations. https://dl.acm.org/doi/full/10.1145/3708515

(2025 / Studie Nr. 8)

57,5 % der Websites löschen Cookies nach dem Widerruf der Einwilligung nicht. Du widerrufst, aber das Tracking läuft weiter.

Forschungsschwerpunkt:

Wie einfach es ist, die Einwilligung auf Websites zu widerrufen. Und ob Websites danach tatsächlich das Tracking stoppen, Cookies löschen und Drittanbieter informieren.

Umfang:

Audit der Tranco-Top-200-Websites. Zusätzliche Analyse von 281 Websites mit IAB TCF oder OneTrust, um zu prüfen, was nach dem Widerruf technisch passiert.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Der Widerruf stoppt das Tracking oft nicht. 57,5 % behalten Werbe- und Analyse-Cookies nach dem Widerruf.
  • Der Widerruf ist oft versteckt oder erfordert mehr Aufwand als das Akzeptieren. 19,87 % machen den Widerruf schwer auffindbar über unterschiedliche Oberflächen. 20,5 % erfordern mehr Aufwand für den Widerruf als für die Zustimmung. 2,48 % bieten keine Widerrufsmöglichkeit.
  • Der Widerruf erreicht oft keine Drittanbieter. 74,2 % informieren mindestens einen Drittanbieter bei Widerruf nicht korrekt. Das ist relevant, weil die Zustimmung oft Tracking durch externe Anbieter erlaubt. Wenn du widerrufst, müssen diese Anbieter das Signal erhalten – andernfalls kann ihr Tracking weiterlaufen.

Quelle:
Johnny Can't Revoke Consent Either: Measuring Compliance of Consent Revocation on the Web (2025) https://hal.science/hal-05474344/

(2025 / Studie Nr. 9)

38 % der „konformen" Banner lenken Nutzer trotzdem Richtung Zustimmung. In der Praxis scheitert gleichberechtigte Auswahl oft auf der Design-Ebene.

Forschungsschwerpunkt:

Wie häufig Cookie-Banner, die als vollständig DSGVO-konform eingestuft werden, Nutzer visuell trotzdem zur Einwilligung lenken. Misst „ästhetische Manipulation", also welcher Button die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Umfang:

Analyse von 2.579 Websites. Vergleich EU vs. Nicht-EU. Testet außerdem, ob EU-Websites das Banner-Design je nach Standort des Besuchers ändern – EU vs. USA.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 45 % der relevanten Websites haben laut Studie vollständig DSGVO-konforme Banner.
  • 38 % dieser konformen Banner lenken visuell trotzdem Richtung „Akzeptieren". In der Praxis scheitert gleichberechtigte Auswahl oft am Design, nicht an fehlenden Buttons.
  • Geo-Design-Shift: 13,9 % der EU-Websites ändern ihr Banner-Design, wenn der Besucher aus den USA kommt. Das benachteiligt in der Regel die Nutzer – Banner sind weniger streng oder anders gestaltet außerhalb der EU.

Quelle:
Using Salient Object Detection to Identify Manipulative Cookie Banners that Circumvent GDPR (2025) https://arxiv.org/abs/2510.26967


EU-Seiten setzen ein Drittel der Cookies von US-Seiten

(2025 / Studie Nr. 10)

EU-Websites setzen ein Drittel der Cookies von US-Websites

Forschungsschwerpunkt:

Cookie-Consent-Verstöße aus globaler Perspektive – einschließlich der Frage, wie viele Cookies Websites je nach Region setzen und wie oft der „Reject all"-Button fehlt. System „ConsentChk", University of Michigan.

Umfang:

1.793 weltweit populäre Websites in acht englischsprachigen Regionen.

Wichtigste Ergebnisse:

  • US-Websites haben im Durchschnitt 46,5 First-Party- und 37,3 Third-Party-Cookies pro Seite. Das ist etwa dreimal so viel wie bei EU-Websites (20,0 und 11,0).
  • Nicht-EU-Regionen verzichten häufiger auf den „Reject all"-Button und setzen auf Opt-out.
  • Verstöße entstehen meist, weil Entwickler Cookies nicht kategorisieren oder das CMP-Skript falsch einbinden.

Quelle:

Tang, Bui & Shin, "Navigating Cookie Consent Violations Across the Globe", USENIX Security Symposium (August 2025) https://arxiv.org/abs/2506.08996

Weitere Studien aus 2025

  • (2025 / Studie 11) Dänemark: 77 % der Regierungswebsites setzen Marketing-Cookies ohne Einwilligung (Quelle)
  • (2025 / Studie 12) Niederlande: Jedes dritte Cookie-Banner in den Niederlanden fragt falsch. (Quelle)

5 Studien aus dem Jahr 2024

Vergleich der Cookie-Akzeptanzraten: Bei Opt-in ist die Zustimmung deutlich niedriger als bei Opt-out, wo Ignorieren als Zustimmung gilt.

(2024 / Studie Nr. 01)

Fast 70 % schließen oder ignorieren Cookie-Banner – und geben damit keine Einwilligung

Gegenstand der Studie:

Veränderungen im Nutzerverhalten bei Cookie-Bannern zwischen 2018 und 2023.

Umfang:

Analyse von über 1,2 Millionen Nutzerinteraktionen auf internationalen B2B-Websites (Dienstleistungen, Industrie, Handel).

Wichtigste Ergebnisse:

  • 25,4 % akzeptieren alle Cookies direkt auf der ersten Ebene des Banners.
  • Nur 0,4 % öffnen die Cookie-Einstellungen (zweite Ebene).
  • Insgesamt werden 68,9 % der Banner geschlossen oder ignoriert – was keine Einwilligung darstellt und zu erheblichem Datenverlust für die Marketing-Messung führt.

Ländervergleich:

  • Die Ablehnungsraten sind in Deutschland und Frankreich am höchsten.
  • In den USA werden Cookies am häufigsten akzeptiert.
  • Opt-in vs. Opt-out: Länder mit Opt-out-Modellen (z. B. Malaysia, Belarus) zeigen deutlich höhere Akzeptanzraten, da Ignorieren automatisch als Einwilligung gilt.

Quelle:

Advance Metrics, Cookie-Banner-Studie (2024, Vergleich 2018–2023) https://www.advance-metrics.com/de/blog/cookie-banner-verhaltensstudie/

(2024 / Studie Nr. 02)

Studie: Mehrheit der Deutschen genervt von Cookie-Bannern

Gegenstand der Studie:

Einstellungen und Frustrationslevel deutscher Internetnutzer gegenüber Cookie-Bannern und Tracking-Hinweisen.

Umfang:

Repräsentative Umfrage mit 1.013 Teilnehmenden ab 16 Jahren in Deutschland.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 76 % empfinden Cookie-Banner als nervig.
  • 68 % wollen sich nicht mit Cookie-Einstellungen beschäftigen.
  • 51 % meiden Websites, weil diese zu viele Cookies setzen.
  • 58 % löschen regelmäßig ihre Cookies.
  • 34 % halten die Einstellungen für wichtig, aber 31 % geben zu: „Ich verstehe das nicht."
  • 24 % stimmen allen Cookies zu, weil sie „keine Lust haben", sich mit den Einstellungen zu befassen.
  • 21 % akzeptieren alle Cookies, um zusätzliche Funktionen nutzen zu können.
  • 21 % lehnen alles ab, was abgelehnt werden kann.
  • 33 % wählen gezielt aus, welche Cookies/Tracker sie zulassen.

Quelle:

https://bitkom-research.de/news/drei-viertel-sind-von-cookie-bannern-genervt

(2024 / Studie Nr. 03)

Studie: Cookie-Banner-Tools zeigen widersprüchliche Auswirkungen auf den Datenschutz

Was untersucht wurde:

Technische Analyse von Browser-Tools, die automatisch mit Cookie-Bannern interagieren (I don't care about cookies, Consent-O-Matic, Ninja Cookie, SuperAgent, CookieBlock). Ziel: Bewertung der Auswirkungen dieser Tools auf den Datenschutz und die DSGVO-Compliance.

Umfang:

Tests mit 9 Browser-Profilen auf Zehntausenden von Websites. Gemessen wurden die Auswirkungen der Tools auf gesetzte Cookies, HTTP-Requests und Tracking-Verhalten.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Die Tools verhalten sich sehr unterschiedlich: Einige reduzieren Tracking-Cookies deutlich (z. B. CookieBlock), während andere sogar zu mehr Cookies oder zusätzlichen HTTP-Requests führen.
  • DSGVO-Compliance ist bei vielen Tools nicht gewährleistet – in einigen Fällen wird die Einwilligung automatisch erteilt oder verweigert, ohne die Nutzer zu informieren.
  • Die Ergebnisse zeichnen ein fragmentiertes Bild: Während die Automatisierung Klicks spart, schafft sie auch rechtliche Unsicherheit und unklare Datenschutz-Ergebnisse.

Quelle: https://petsymposium.org/popets/2024/popets-2024-0002.php

(2024 / Studie Nr. 04)

Banner-Design verdoppelt oder halbiert die Ablehnungsrate

Gegenstand der Studie:

Einfluss verschiedener Cookie-Banner-Designs (Dark Patterns vs. transparente „Bright Patterns") auf die Zustimmung und Ablehnung durch Nutzer.

Umfang:

Online-Experiment mit 3.947 Teilnehmenden in Frankreich.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Neutral gestaltete Banner führten zu nur 17 % Ablehnungen – deutlich unter den tatsächlichen Datenschutzpräferenzen (~31 %).
  • Ein Banner ohne Ablehnungsoption drückte die Ablehnungsrate auf 4 %.
  • Ein Banner mit gleich sichtbarer Ablehnungsoption erhöhte die Ablehnung auf 34 %.
  • 50 % der Teilnehmenden gaben an, Cookies aus Gewohnheit zu akzeptieren – nicht weil sie es tatsächlich wollten.
  • Das „Konsequenzen"-Banner, das explizit auf Tracking hinwies, erreichte mit 47 % die höchste Ablehnungsrate.
  • Manipulative Designs unterdrücken systematisch die Ablehnung, während transparente Banner sie deutlich erhöhen.
  • Transparente, konforme Banner sind jedoch kein Risiko, sondern ein Vertrauensfaktor: Nutzer bewerteten sie doppelt so häufig als fair im Vergleich zu manipulativen Designs.

Quelle:

Bielova et al., USENIX Security Symposium (2024, in Kooperation mit CNIL) https://www.usenix.org/conference/usenixsecurity24/presentation/bielova

(2024 / Studie Nr. 05)

Über 60 % der Websites mit CMPs setzen Tracker vor der Einwilligung. Rund 60 % lehnen Cookies ab, wenn ein „Reject all"-Button vorhanden ist.

Gegenstand der Studie:

Entwicklung von Consent Management Platforms (CMPs) in Europa, ihre Verbreitung und ihre DSGVO-Compliance.

Umfang:

Langzeitanalyse von Websites zwischen 2015 und 2023, mit Fokus auf EU-Domains.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Vor der DSGVO nutzten rund 5 % der Websites eine CMP; Ende 2023 waren es 42 %.
  • Über 60 % der Websites mit CMP setzten dennoch Tracker, bevor Nutzer ihre Einwilligung gegeben hatten.
  • Wenn ein „Reject all"-Button auf der ersten Ebene verfügbar ist, lehnen etwa 60 % der Nutzer ab.
  • Erfordert das Ablehnen jedoch mehr als einen Klick, akzeptieren rund 90 %.
  • iOS-Nutzer akzeptieren Cookies häufiger als Android-Nutzer.

„Beispielsweise stimmen über 60 % der Nutzer nicht zu, wenn ihnen eine einfache ‚Ein-Klick-Alles-ablehnen'-Option angeboten wird. Umgekehrt ziehen es rund 90 % der Nutzer vor, einfach zuzustimmen, wenn das Ablehnen mehr als einen Klick erfordert. Das eigentliche Ziel ist es, das nervige Datenschutz-Banner loszuwerden – nicht eine informierte Entscheidung zu treffen."

Quelle:

Longitudinal Analysis of Consent Management Platforms in the EU (2015–2023, veröffentlicht 2024)

https://arxiv.org/abs/2402.18321

4 Studien aus dem Jahr 2023

Legiscope-Studie

(2023 / Studie Nr. 01)

Studie: Europäer verbringen 575 Millionen Stunden pro Jahr mit Cookie-Bannern

Was untersucht wurde:

Wie viel Zeit europäische Internetnutzer jedes Jahr mit Cookie-Bannern verschwenden – und die daraus resultierenden Produktivitätsverluste.

Umfang:

Analyse von Nutzerinteraktionen in mehreren europäischen Ländern.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Insgesamt werden 575 Millionen Stunden pro Jahr für den Umgang mit Cookie-Bannern aufgewendet.
  • Der Datenschutznutzen dieser Klicks ist minimal, während die Produktivitätsverluste enorm sind.
  • Die ständige Konfrontation mit Einwilligungsabfragen senkt die Nutzerzufriedenheit und untergräbt das Vertrauen in Online-Plattformen.

Quelle: https://legiscope.com/blog/hidden-productivity-drain-cookie-banners.html

(2023 / Studie Nr. 02)

Studie: Europäische Websites zeigen höhere DSGVO-Compliance als US-Seiten

Gegenstand der Studie:

Geografische Unterschiede und Nutzerinteraktionen mit Cookie-Bannern auf den meistbesuchten Websites der Welt.

Umfang:

Analyse der weltweit 10.000 meistbesuchten Websites.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Europäische Websites verwenden deutlich häufiger DSGVO-konforme Cookie-Banner.
  • In 58 % der Fälle werden Tracker jedoch weiterhin geladen, bevor eine Einwilligung erteilt wurde.
  • Design und Wirksamkeit der Banner variieren je nach Region stark.
  • US-Websites nutzen deutlich häufiger manipulative Designmuster („Dark Patterns") als europäische.

Quelle:

Exploring the Cookieverse: A Multi-Perspective Analysis of Web Cookies (2023)

https://arxiv.org/abs/2302.05353

(2023 / Studie Nr. 03)

Studie: Klare Opt-out-Optionen stärken das Vertrauen der Nutzer

Gegenstand der Studie:

Psychologische und technische Bewertung, wie verschiedene Banner-Designs (neutral, Dark Patterns, Bright Patterns) die Entscheidungen der Nutzer beeinflussen.

Umfang:

Online-Experiment mit 4.000 Erwachsenen in Frankreich.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 93 % der Befragten betrachten Datenschutz als Priorität, aber nur wenige achten aktiv auf Cookie-Einstellungen.
  • Bei neutralen Bannern lehnten nur 16 % Cookies ab.
  • Bei klaren und transparenten „Bright Pattern"-Bannern stieg die Ablehnungsrate auf 33–46 % – nahe an den ursprünglich angegebenen Präferenzen (31–48 %).
  • Dark Patterns senkten die Ablehnungsrate drastisch (in einigen Fällen lehnten nur 4 % ab).

Quelle:

La DITP & CNIL: Impact of Cookie Banner Design (2023)https://www.modernisation.gouv.fr/publications/la-ditp-mesure-limpact-du-design-des-bannieres-cookies-sur-les-internautes


(2023 / Studie Nr. 04)

Studie: Nachrichtenseiten nutzen am häufigsten Zustimmen-oder-Zahlen-Banner

Was untersucht wurde:

Wie verbreitet sind Cookie-Banner, die Nutzer vor die Wahl stellen: entweder Cookies akzeptieren oder für werbefreien Zugang bezahlen?

Umfang:

Analyse von rund 45.000 Websites weltweit, mit Fokus auf Nachrichtenportale und Content-Portale.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 0,6 % aller untersuchten Websites nutzen Zustimmen-oder-Zahlen-Banner.
  • In Deutschland ist der Anteil deutlich höher: 2,9 % der Top-10k-Websites.
  • Nachrichtenseiten gehören zu den häufigsten Anwendern.
  • Websites mit Cookie-Walls setzen im Durchschnitt 6,4-mal mehr Third-Party-Cookies und 42-mal mehr Tracking-Cookies als Seiten mit Standard-Bannern.

Quelle:

https://arxiv.org/abs/2310.01108


8 Studien aus 2022 oder früher

(2022 / Studie Nr. 01)

Studie: Rückgang von Third-Party-Cookies auf französischen Websites (CNIL, 2022)

Gegenstand der Studie:

Langzeitanalyse der Cookie-Praktiken auf französischen Websites – insbesondere in Bezug auf Third-Party-Tracking und die Auswirkungen der Durchsetzungsmaßnahmen der CNIL.

Umfang:

Monitoring der 1.000 meistbesuchten französischen Websites zwischen Januar 2021 und August 2022 mit dem CookieViz-Tool des Digital Innovation Laboratory (LINC) der CNIL. Die Studie untersuchte die Nutzung von Third-Party-Cookies vor jeglicher Nutzerinteraktion.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Der Anteil der Websites, die mehr als sechs Third-Party-Cookies setzen, sank im Untersuchungszeitraum von 24 % auf 12 %.
  • Gleichzeitig stieg der Anteil der Websites ohne Third-Party-Cookies von 20 % auf 29 %.
  • Diese Zahlen deuten auf eine deutliche Reduzierung der Tracking-Aktivität hin – zumindest vor einer ausdrücklichen Einwilligung der Nutzer.

Einschränkung:

Die Studie bewertet nicht die DSGVO-Konformität von Bannern oder das Consent-Design, sondern nur die technische Praxis (Cookie-Nutzung) beim ersten Besuch.

Quelle:

https://www.cnil.fr/fr/evolution-des-pratiques-du-web-en-matiere-de-cookies-la-cnil-evalue-limpact-de-son-plan-daction


(2022 / Studie Nr. 02)

Jeder Zweite will keine Cookies mehr (2022)

Gegenstand der Studie:

Einstellungen von Internetnutzern in Deutschland gegenüber Cookies und Cookie-Bannern.

Umfang:

Repräsentative Umfrage unter 1.001 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren (Nov. 2022).

Wichtigste Ergebnisse:

  • 50,1 % würden Cookie-Banner am liebsten abschaffen und „einfach alles wie früher machen".
  • 30,4 % finden Cookie-Banner gut und möchten sie behalten.
  • 47,2 % passen Cookie-Einstellungen aktiv an und erlauben nur technisch notwendige Cookies.
  • 43,7 % löschen regelmäßig Cookies.
  • Höhere Bildung korreliert mit stärkerem Widerstand gegen Datenerfassung.

Quelle:

Net.ID / INNOFACT-Studie (2022) https://www.horizont.net/medien/nachrichten/studie-der-net.id-so-viele-internet-user-stoeren-sich-an-cookies--oder-an-den-cookie-zustimmungsbannern-204514 (Paywall)

Alternative https://innofact-marktforschung.de/net-id-studie-so-viele-internet-user-stoeren-sich-an-cookies-oder-an-den-cookie-zustimmungsbannern/

Studie von Netzpolitik.org

(2022 / Studie Nr. 03)

Studie: Manipulative Cookie-Banner auf fast 80 % der Top-Websites (netzpolitik.org, 2022)

Gegenstand der Studie:

Design und Nutzerfreundlichkeit von Cookie-Bannern auf den 100 meistbesuchten Websites in Deutschland.

Umfang:

Systematische Auswertung basierend auf dem IVW-Ranking, August 2022.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 77 % setzen bewusst manipulative Designs („Dark Patterns") ein, z. B. durch farbliche Hervorhebungen, die die Zustimmung wahrscheinlicher machen.
  • Nur 4 % bieten eine „Reject all"-Option gleichberechtigt neben „Accept all" direkt im ersten Dialog an.
  • Auf fast der Hälfte der Seiten sind 2–5 Klicks nötig, um alle optionalen Cookies abzulehnen – obwohl eine Ein-Klick-Lösung technisch möglich wäre.
So viele Tracker werden je nach Banner-Interaktion geladen – von „keine Aktion" bis „alle akzeptieren".

(2022 / Studie Nr. 04)

73 % der Websites laden Third-Party-Tracker vor der Einwilligung (2022)

Gegenstand der Studie:

Technische Wirksamkeit von Cookie-Bannern auf deutschsprachigen Websites und ihre DSGVO-Konformität.

Umfang:

Analyse von 81 Websites mit Cookie-Bannern (aus einer Zufallsstichprobe von 100 deutschen Domains).

Wichtigste Ergebnisse:

  • 79 % der untersuchten Websites (64 von 81) laden bereits Third-Party-Tracker, bevor Nutzer überhaupt mit dem Cookie-Banner interagieren.
  • Im Durchschnitt sind zu diesem Zeitpunkt 3 Tracker aktiv – auf einigen Seiten bis zu 13.
  • Selbst wenn Nutzer aktiv ablehnen („Reject all"), werden im Durchschnitt noch 4 Tracker geladen.
  • Nur 17 % der Seiten blockieren Tracking konsequent, bis eine Einwilligung erteilt wird.
  • Ein Klick auf „Accept all" aktiviert im Durchschnitt 18 Tracker – mit Spitzenwerten von bis zu 63.

Quelle:

Tracker-Scan-Studie, Universität Bamberg (2022)

https://web.psi.uni-bamberg.de/tracker-scan-2022/

(2021 / Studie Nr. 01)

Cookie-Entscheidungen hängen vor allem vom Besuchsgrund ab – und kaum von Markenvertrauen oder Datenschutzwissen (2021)

Gegenstand der Studie:

Psychologische und gestalterische Faktoren, die Cookie-Entscheidungen in der EU beeinflussen.

Umfang:

Online-Umfrage mit 132 EU-Nutzern.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Die Nutzerabsicht ist der wichtigste Faktor: Wer eine Website mit einem klaren Ziel besucht, akzeptiert eher Cookies – selbst bei Datenschutzbedenken.
  • Bewusstsein allein führt selten zur Ablehnung: Risikowissen schlägt sich nicht automatisch im Verhalten nieder.
  • Design ist entscheidend: Klare Opt-out-Optionen erhöhen die Ablehnung, manipulative Designs steigern die Zustimmung.
  • Markenvertrauen hat überraschend wenig Einfluss auf Cookie-Entscheidungen.
  • Die meisten empfinden Banner als nervig, wollen aber echte Wahlmöglichkeiten – 88 % erwarten mindestens eine Opt-out-Option.

Quelle:

Cookies 'n' Consent: An Empirical Study on the Factors Influencing Website Users' Attitudes towards Cookie Consent in the EU (2021)

https://www.researchgate.net/publication/360866641_Cookies_'n'_Consent_An_empirical_study_on_the_factors_influencing_of_website_users'_attitude_towards_cookie_consent_in_the_EU

Akzeptanzraten nach Branche: E-Commerce schwankt stark, B2B liegt meist höher. Daten von Usercentrics, Verdure Magazine (2020).

(2020 / Studie Nr. 01)

Studie: 30–75 % Akzeptanzrate im E-Commerce. Raten variieren stark je nach Branche (2020)

Was untersucht wurde:

Cookie-Akzeptanzraten in verschiedenen Branchen – und was das für datengetriebenes Marketing bedeutet.

Umfang:

Analyse von Websites aus verschiedenen Branchen, basierend auf Daten von Usercentrics.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Im E-Commerce liegen die Akzeptanzraten zwischen 30 % und 75 %, mit einem Durchschnitt von 58 %.
  • Auf B2B-Websites liegen die Raten meist bei ca. 80 %, können aber bis auf 40 % fallen.

Hinweis: Die meisten Websites erlauben es Besuchern heute nicht mehr, einfach nicht zu interagieren. „Keine Aktion" ist kaum noch eine Option.

Quelle: https://www.verdure.de/magazin/technologie/cookies-akzeptanzrate-consent-marketing-zustimmung/

(2019 / Studie Nr. 01)

54 % der Websites verstoßen gegen die DSGVO (2019)

Was untersucht wurde:

Überprüfung, ob Cookie-Banner mit dem IAB Europe Transparency & Consent Framework (TCF) die Entscheidungen der Nutzer tatsächlich respektieren und gesetzeskonform sind.

Umfang:

Analyse von 1.426 Websites mit TCF-Bannern (aus insgesamt 22.949 gecrawlten europäischen Websites). Detaillierte rechtliche und technische Prüfung auf DSGVO- und ePrivacy-Verstöße.

Wichtigste Ergebnisse:

  • 54 % der untersuchten Websites (304 von 560 im Detail geprüften) wiesen mindestens einen mutmaßlichen DSGVO- oder ePrivacy-Verstoß auf.
  • 47 % der Banner verwendeten vorausgewählte Optionen, was zu ungültiger Einwilligung führte.
  • 7 % der Websites boten überhaupt keine Ablehnungsmöglichkeit.
  • 10 % der Websites speicherten eine positive Einwilligung, bevor die Nutzer überhaupt eine Wahl getroffen hatten.
  • 5 % der Websites speicherten eine Einwilligung trotz ausdrücklicher Ablehnung.

Quelle: https://arxiv.org/abs/1911.09964

Interaktionen nach Banner-Position: Oben platzierte Cookie-Banner führen deutlich häufiger zu Nutzeraktionen als unten oder seitlich.

(2019 / Studie Nr. 02)

Dark Patterns erhöhen die Zustimmung um bis zu 80 Prozentpunkte (2019)

Gegenstand der Studie:

Einfluss des Banner-Designs (Position, Formulierung, Nudging, Vorauswahl) auf Cookie-Entscheidungen.

Umfang:

Drei Feldexperimente mit über 80.000 echten Website-Besuchern auf einer deutschen E-Commerce-Website.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Banner am oberen Seitenrand führten zu deutlich mehr Interaktionen als Banner am unteren Rand.
  • Ohne Nudging gaben weniger als 0,1 % der Nutzer ihre Einwilligung für alle Zwecke.
  • Mit vorausgewählten Checkboxen stiegen die Akzeptanzraten auf 81–83 %.
  • Manipulative Formulierungen („Wir respektieren deine Privatsphäre") erhöhten die Zustimmung nur geringfügig im Vergleich zu neutralen Formulierungen.
  • Granulare Auswahlmöglichkeiten senkten die Zustimmung und erhöhten die Ablehnungen deutlich.
  • Insgesamt interagierten 57 % der Besucher mit dem Banner; bei fairen Opt-out-Möglichkeiten nutzten bis zu 45 % die Ablehnungsoption.

Quelle:

Studie der Ruhr-Universität Bochum und der University of Michigan (2019) https://dl.acm.org/doi/10.1145/3319535.3354212

Die DSGVO-Illusion von vielen Video-Hosting-Anbietern: Warum deine Videos oft unsichtbar bleiben.

Alle sind DSGVO-konform. Klar. Am Ende heißt dies nur: Ihr benötigt die Zustimmung eurer Besucher*innen. In der Praxis fügt ihr den entsprechenden Anbieter in eure Consent-Lösung hinzu, eure Besucher*innen können dann im Cookie-Banner zustimmen. Das Problem – je nach Webseite und Cookie-Banner machen das nur 30 - 60 % . Für alle anderen müssen alle Inhalte vom Anbieter entfernt werden oder hinter einer sogenannten "2-Klick-Lösung".

Anders gesagt: jede*r 2te Besucher*in sieht euer Video nicht.

Ihr sucht eine Lösung, die eure Videos an alle Besucher*innen ausspielt und dabei mehr als DSGVO-konform ist: Cookie- und Consentfrei. Wie Ignite Video.

Wenn 50 % zustimmen und 50 % ablehnen – sieht nur die Hälfte deiner Zielgruppe deine Inhalte